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Todesfall-Checkliste: Was ist jetzt zu tun?
Wenn ein Angehöriger gestorben ist, müssen nicht alle Aufgaben gleichzeitig erledigt werden. Diese Checkliste für Hinterbliebene ordnet die ersten Schritte, Sterbeurkunden und Nachlassfragen.
Hier findest du die Aufgaben im Überblick. Welche davon dich betreffen, klären wir mit 7–9 situationsabhängigen Fragen. Geschätzte Antwortzeit: ca. 2–4 Min.; ohne die Erledigung der Aufgaben. Deine persönliche Checkliste enthält die passenden Schritte und Hinweise zu Fristen.
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Die ersten drei Schritte
Ärztliche Feststellung klären
Bei einem Todesfall zu Hause muss die ärztliche Feststellung organisiert werden. Im Krankenhaus oder einer Einrichtung frage, welche Schritte bereits übernommen wurden.
Anzeige und Bestattung abstimmen
Kläre mit Einrichtung oder Bestattungshaus, wer die Anzeige beim Standesamt übernimmt. Wünsche, Kosten und landesabhängige Bestattungsfristen besprichst du gesondert.
Unterlagen und Nachlass sichern
Sammle Urkunden, bekannte Verträge sowie Informationen zu Vermögen und Schulden. Lass Ausschlagungsfristen früh prüfen, bevor du Entscheidungen über den Nachlass triffst.
Welche Unterlagen sollte ich bereitlegen?
- Ärztliche Todesbescheinigung und Ausweis der verstorbenen Person
- Geburts- und gegebenenfalls Ehe- oder andere Personenstandsurkunden
- Vorhandenes Originaltestament und bekannte Vollmachten
- Bank-, Versicherungs- und Rentenunterlagen sowie bekannte Verbindlichkeiten
Die Liste dient zur Vorbereitung. Welche Dokumente tatsächlich erforderlich sind, bestätigt die zuständige Stelle.
Wichtige Fristen und offizielle Quellen
Die folgenden Quellen und Hinweise wurden am abgeglichen.
Sterbefall spätestens am dritten folgenden Werktag anzeigen
Die Anzeige geht an das Standesamt am Sterbeort. Wer dazu verpflichtet ist, richtet sich nach der Situation; Einrichtungen oder beauftragte Bestattungshäuser können Schritte übernehmen. Die Anzeige ist von der späteren Ausstellung der Sterbeurkunde zu unterscheiden.
Anzeige eines Sterbefalls: § 28 PStGErbausschlagung: Fristbeginn individuell prüfen
Die Frist beträgt regelmäßig sechs Wochen ab Kenntnis vom Erbanfall und dem Grund der Berufung. Bei testamentarischer Berufung beginnt sie nicht vor Bekanntgabe durch das Nachlassgericht. In bestimmten Auslandsfällen beträgt sie sechs Monate. Sie beginnt daher nicht pauschal am Todestag.
Ausschlagungsfrist: § 1944 BGBWas gilt bundesweit, was ist örtlich zu klären?
Bestattungsrecht und Bestattungsfristen unterscheiden sich zwischen den Bundesländern. Standesamt, Friedhof und Bestattungshaus klären die örtlichen Anforderungen. Bei einem Todesfall im Ausland sind zusätzlich die dortigen Regeln zu beachten.
Todesfall-Checkliste: Aufgaben im Überblick
Diese Übersicht enthält auch Schritte, die nur in bestimmten Fällen nötig sind. Der Fragebogen hilft dir, sie für deine Situation auszuwählen. Zuständigkeiten und Anforderungen können regional abweichen.
Ärztliche Feststellung veranlassen
Bei einem Tod zu Hause ärztliche Hilfe rufen; nichts verändern, bis die erforderliche Feststellung erfolgt ist.
Gilt je nach Antwort: Wo ist die Person verstorben? Zu Hause · Ist die ärztliche Feststellung bereits erfolgt? Nein
- Wann vorbereiten?
- Sofort
- Zuständige Stelle
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst / Notruf
- Typische Unterlagen
- Ausweis und Gesundheitsunterlagen, soweit vorhanden
Auslandsvertretung und Reiseversicherung kontaktieren
Klare Überführung, örtliche Dokumente und Übersetzungen mit offiziellen Stellen.
Gilt je nach Antwort: Wo ist die Person verstorben? Im Ausland
- Wann vorbereiten?
- Sofort
- Zuständige Stelle
- Botschaft/Konsulat / Versicherung
- Typische Unterlagen
- Reisepass, Versicherungsdaten, Sterbedokumente
Bestattung organisieren
Bestattungsart, Wünsche, Kosten, Grabstelle und Termin mit Angehörigen und Bestattungshaus klären.
Gilt je nach Antwort: Bist du für die Organisation zuständig? Ja · Ist ein Bestattungsunternehmen bereits beauftragt? Nein
- Wann vorbereiten?
- Sehr zeitnah
- Zuständige Stelle
- Bestattungshaus / Friedhof
- Typische Unterlagen
- Personenstandsurkunden, Ausweis, ärztliche Bescheinigung
Sterbeurkunden beantragen
Mehrere Ausfertigungen können für Banken, Versicherungen und Nachlassverfahren benötigt werden.
Gilt je nach Antwort: Sind Sterbeurkunden bereits beantragt oder vorhanden? Nein
- Wann vorbereiten?
- Zeitnah
- Zuständige Stelle
- Standesamt / Zivilstandsamt
- Typische Unterlagen
- Todesbescheinigung, Personenstandsnachweise
Testament sichern und zuständige Stelle informieren
Ein gefundenes Original nicht verändern; nach den Regeln des Landes an die zuständige Nachlassstelle geben.
Gilt je nach Antwort: Ist ein Testament oder Erbvertrag bekannt? Ja / Unklar
- Wann vorbereiten?
- Sofort nach Fund
- Zuständige Stelle
- Nachlassgericht / Notariat / Behörde
- Typische Unterlagen
- Originaltestament, Sterbeurkunde
Nachlass, Schulden und Annahmefristen prüfen
Vermögen und Verbindlichkeiten erfassen, bevor du über Annahme oder Ausschlagung entscheidest.
Gilt je nach Antwort: Welche Rolle hast du bei Nachlassangelegenheiten? Mögliche erbende Person / Bevollmächtigte Unterstützung / Unklar
- Wann vorbereiten?
- Frühzeitig
- Zuständige Stelle
- Nachlassstelle / Rechtsberatung
- Typische Unterlagen
- Konten, Verträge, Kredite, Steuerunterlagen
Versorgung der Angehörigen prüfen
Hinterbliebenenleistungen, Versicherungen, laufende Kosten und Betreuung klären.
Gilt je nach Antwort: Gibt es Ehepartner, Kinder oder andere unterhaltsberechtigte Personen? Ja
- Wann vorbereiten?
- In den ersten Wochen
- Zuständige Stelle
- Renten-/Sozialversicherung, Versicherer
- Typische Unterlagen
- Sterbeurkunde, Familiennachweise, Versicherungsnummern
Digitalen Nachlass und Verträge ordnen
Konten sichern, Abos kündigen oder übertragen und Geräte sowie Zugangsdaten dokumentieren.
Gilt je nach Antwort: Gibt es bekannte digitale Konten oder Online-Abos? Ja
- Wann vorbereiten?
- Nach den dringenden Schritten
- Zuständige Stelle
- Plattformen / Vertragspartner
- Typische Unterlagen
- Sterbeurkunde, Erbnachweis oder Vollmacht
Wohnung, Tiere, Schlüssel und Wertsachen sichern
Organisiere Betreuung von Tieren, verderbliche Lebensmittel, Briefkasten, Schlüssel und Schutz der Wohnung. Dokumentiere den Zustand, ohne Nachlass zu verteilen.
- Wann vorbereiten?
- Sofort
- Zuständige Stelle
- Angehörige / Vermieter / Hausverwaltung
- Typische Unterlagen
- Schlüsselliste, Tierdaten, Fotos, Kontaktliste
Arbeitgeber, Kranken- und Rentenversicherung informieren
Melde den Todesfall bei Arbeitgeber, Kranken-/Pflegekasse und Rentenversicherung und frage nach offenen Ansprüchen oder Rückzahlungen.
- Wann vorbereiten?
- Nach Erhalt der Sterbeurkunde
- Zuständige Stelle
- Arbeitgeber / Krankenkasse / Rentenversicherung
- Typische Unterlagen
- Sterbeurkunde, Versicherungsnummern, Bankverbindung
Steuerliche Pflichten des Nachlasses klären
Prüfe letzte Einkommensteuererklärung, mögliche Erbschaftsteueranzeige, Grundsteuer und laufende Vorauszahlungen.
Gilt je nach Antwort: Welche Rolle hast du bei Nachlassangelegenheiten? Mögliche erbende Person / Bevollmächtigte Unterstützung
- Wann vorbereiten?
- Nach erster Nachlassübersicht
- Zuständige Stelle
- Finanzamt / Steuerberatung
- Typische Unterlagen
- Steuerbescheide, Konten, Vermögen, Erbnachweis
Bestattungsabsprachen und offene Unterlagen nachhalten
Stimme Termine, Kostenübersicht und noch fehlende Unterlagen mit dem beauftragten Unternehmen ab.
Gilt je nach Antwort: Ist ein Bestattungsunternehmen bereits beauftragt? Ja
- Wann vorbereiten?
- Passend zu deinem aktuellen Stand
- Zuständige Stelle
- Zuständige Ansprechperson / Beratungsstelle
- Typische Unterlagen
- Vorhandene Unterlagen, Verträge und offene Fragen
Zuständigkeit vor Nachlasshandlungen klären
Kläre, wer rechtswirksam handeln darf, bevor du Konten, Verträge oder Vermögensgegenstände bearbeitest.
Gilt je nach Antwort: Welche Rolle hast du bei Nachlassangelegenheiten? Unklar / Keine eigene Zuständigkeit
- Wann vorbereiten?
- Passend zu deinem aktuellen Stand
- Zuständige Stelle
- Zuständige Ansprechperson / Beratungsstelle
- Typische Unterlagen
- Vorhandene Unterlagen, Verträge und offene Fragen
Häufige Fragen zur Checkliste
Sind Todesbescheinigung und Sterbeurkunde dasselbe?
Nein. Die Todesbescheinigung wird ärztlich ausgestellt. Die Sterbeurkunde ist eine Personenstandsurkunde des Standesamts. Kläre mit den jeweiligen Stellen, welches Dokument und welche Ausfertigung sie benötigen.
Muss ich sofort sämtliche Verträge kündigen?
Verschaffe dir zuerst einen Überblick über Verträge, Vollmachten und Zuständigkeiten. Prüfe, welche Leistungen Angehörige weiter benötigen und wer Änderungen wirksam veranlassen darf.
Was brauche ich für meine persönliche Checkliste?
Du beantwortest 7–9 Fragen zu deiner Situation. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Passende Folgefragen hängen von deinen vorherigen Antworten ab.
Welche Fragen werden gestellt?
- Wo ist die Person verstorben?
- Ist die ärztliche Feststellung bereits erfolgt?
- Bist du für die Organisation zuständig?
- Ist ein Bestattungsunternehmen bereits beauftragt?
- Sind Sterbeurkunden bereits beantragt oder vorhanden?
- Welche Rolle hast du bei Nachlassangelegenheiten?
- Ist ein Testament oder Erbvertrag bekannt?
- Gibt es Ehepartner, Kinder oder andere unterhaltsberechtigte Personen?
- Gibt es bekannte digitale Konten oder Online-Abos?
Kann ich die Checkliste ausdrucken oder als PDF speichern?
Nach dem Fragebogen kannst du Aufgaben abhaken und „Übersichtlich drucken“ wählen. Im Druckdialog deines Browsers kannst du die Checkliste auch als PDF speichern.
Sind alle Aufgaben und Fristen für mich verbindlich?
Die Übersicht bietet Orientierung. Ob eine Aufgabe nötig ist und welche Frist gilt, hängt von deinem Einzelfall ab. Nutze die verlinkten offiziellen Informationen und bestätige wichtige Fristen bei der zuständigen Stelle.
Auch diese Situationen können dich betreffen
Welche Schritte betreffen dich?
Erstelle aus dieser Übersicht deinen persönlichen Aufgabenplan.
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